Rough Luxe in London

Ist es nicht!

Luxus ist kein Vergnügen, aber das Vergnügen ist ein Luxus

London im Herbst: kühl und bewölkt, cool und bevölkert, und wie! An der Themse scheint die Abkühlung der Wirtschaft (noch) nicht wahrnehmbar.

Simon, Rokitanskys Kumpel von früher, meint, die Stadt stehe wie ein Wohlstandswiderstandnest gegen die allgegenwärtige Krise im Land. London boomt, konsumiert, pulsiert und betört. Nicht wie Paris durch Eleganz, sondern durch Dynamik. Nicht Yves Montand, sondern der stampfende Rhythmus von The Clash in „London Calling“!. Weiterlesen

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Wundern in Gugging

Gegen den Strich: Art Brut

Knapp eine halbe Autostunde vor Wien liegt der kleine Ort Gugging, eigentlich Maria Gugging. Scheinbar distant vom pulsierenden Leben der Großstadt blühen dort am Weg zwischen Klosterneuburg/Kierling und St. Andrä Wördern Eigenheiten der besonderen Art. Nervenheilanstalt, Wundergrotte, Art-Brut Museum, Missionsorden, eine Eliteuniversität und ein Pfarrgemeinderat, der erfolgreich Maria in den Ortsnamen hinein reklamiert! Weiterlesen

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Schuhplattelnde Araber in Paris


Rokitansky besucht das teuerste Galopprennen Europas in Paris, wundert sich dabei über „schuhplattelnde“ Araber und bewundert das neue Leih-Rad-System „Velib“.

 

Der Scheich lässt tanzen

Paris Anfang Oktober hat zwei Highlights: die angesagte „Fashionweek“ und Europas höchstdotiertes Galopprennen, das traditionell am ersten Oktoberwochenende ausgetragen wird. „Fashion“ ist mehr ein Thema für die Rokitanskysche – was aber auffällt ist die Begeiserungsfähigkeit und Besucherdichte in diversen Modeshops oder Concept Stores. Bei „Colette“ signiert die frühere (!) Chefredakteurin der Vogue ihr neues Buch, das sie gemeinsam mit dem Szenefotografen Terry Richardson herausgibt: angestellt sind mindestens 100 Leute, die geduldig in der Hitze dieses seltsamen Spätsommers auf ein Autogramm warten. Weiterlesen

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Bayern, München und ein Märchenkönig

Der König, ein Märchen

Das Fotografieren wäre verboten, mahnt die strenge Aufseherin eindringlich.

Warum der Reisende dieser Aufforderung öfters begegnet, darüber kann Rokitansky nur Vermutungen anstellen. Der oft vorgebrachte „konservatorische Schutz“ kann es wohl nicht sein, wahrscheinlich ist es doch eine Art Gebietsschutz für den eigenen Souvenirshop mit seinen Ansichtskarten.

ER hätte sich Fotografieren sicher nicht verbeten, war er doch technischen Neuerungen gegenüber durchaus aufgeschlossen. Wie der „automatische Tisch“ im Prunk-Speisezimmer belegt, der einen Stock tiefer gekurbelt werden konnte um, simsalabim, gedeckt in das Speisezimmer des Königs hinaufzufahren, ohne das der scheue Monarch mit seinem Personal in Kontakt kam. Schade eigentlich, dass der Erbauer kaum dazu kam, sein neues Schloss-Spielzeug auszuprobieren, soll er doch höchstens zwei Wochen darin verbracht haben. Weiterlesen

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Geisterdörfer, Disko Massaka und ein Held in Kroatien

Der Hafen von Hvar

Der kleine Ort ist eine Gründung aus dem 16. Jahrhundert. Etwa zwei Kilometer im Landesinneren gelegen inmitten eines schützenden felsigen Kessels. Zugang über eine staubige Straße, die sich durch eine malerische Schlucht bergauf windet. Häuser, wie sie in Dalmatien üblich sind: viel Stein, wenig Holz. Und: keine Bewohner mehr da! Es war in den 1950er Jahren, als die verbliebenen knapp 100 Einwohner ihrer kargen Lebensverhältnisse im Karst überdrüssig sind und von „Malo Grablje“ an die Küste ziehen und dort den Ort „Milna“ begründen. Weiterlesen

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Bergpfeffer und Berührungsmagie

Prag zu Fuß. Schritt für Schritt. Die Antennen voll auf „Empfang“ gestellt.

So lässt sich Prag gut erforschen. Nicht umsonst gilt die Stadt an der Moldau als Touristenmagnet und liegt aktuell an fünfter Stelle der Nächtigungszahlen im europäischen Städtetourismus (Wien #6).

Karlsbrücke

Was auch daran liegen mag, dass das Bier sehr gut und billig ist – und wahrscheinlich auch hier erfunden wurde. „Pilsener“ und „Budweiser“ sind vermutlich genetische Ur-Codes des Brauens.

Der oberflächliche Besucher landet gerne im Brauwirtshaus „U Fleku“, berühmt für sein dunkles Bier, berüchtigt mittlerweile als Massenausschank der herben Art.

Rokitansky geht lieber ins „U zlatého tygra“ („Zum Goldenen Tiger“) in der Husgasse. Weiterlesen

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Die Kistensau

Plötzlich stand es auf diesem neonroten Ankündigungsposter mitten im Waldviertel, mitten im Wirtshaus. Zuerst „3.6. Sonnwendfeuer“, dann „5.6. Frühschoppen“ mit dem Highlight „mittags Kistensau“ im Oberrosenauerwald 4. „Was das wohl sei“, wollte Rokitansky – immer interessiert an lokalen Sitten und Gebräuchen – von der Wirtin wissen. Es folgte  eine komplizierte technische Erklärung, die auf das erste kaum zu verstehen war.

Mittags: Kistensau!

Das Waldviertel in seiner kargen Abgeschiedenheit bietet ja genug Gelegenheiten fürs Nichtverstehen. Da sind einmal die schrullig klingenden Ortsnamen mit „s“ am Schluss. Germanns, Hörmanns, Rudmanns, Siegharts etc. Weiterlesen

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Wodka in Warschau

Trinkt man in Polen den Wodka VOR oder NACH dem Essen? Oder zwischendurch, so
wie den Raki im Türkenland?

Rokitansky war für VOR. Marcin, Grzegorz und Mikolaj für DANACH. Und sie waren schliesslich die Mehrheit.

Doch zuerst Abendessen im „U Kucharzy“. Das Bistro artige Restaurant liegt in der oder eigentlich ist die ehemalige Küche des Grand Hotels Europejski: weisse Kacheln, weiss gedeckte Tische; Blick auf die umgebende Küche. Und Heimat des leckersten Beef Tartare.

Die Köche sind Meister im Dekonstruieren (© NYT) eines schönen Rindsfilets am Holzblock vor den Augen der hungrigen Gäste. Locker aus dem Handgelenk, ein riesiges Weiterlesen

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Istanbul: Turkish Delight

Ob wir „Turkish Delight“ zum Kaffee haben können, frage ich den schnauzbärtigen Kellner. Verständnisloses Achselzucken – genau, wie im Lokal am Tag davor.

Ja, was ist denn da los in Istanbul? Überall liegt das klebrige Zeug in den Auslagen, aber keiner will es kennen? Des Rätsels Lösung: das aromatisierte Zuckergelee heißt zwar auf der Packung „Turkish Delight“,ist aber in der Landessprache nur als „Lokum“ oder „Rahat-Lokum“ (kleiner Bissen) bekannt.

Rahat-Lokum: in allen Farben süß und klebrig © rokitansky pictures

Die kleinen Happen des Desserts, aber auch der Vorspeisen, stehen im Gegensatz zur Größe der Stadt: mit rd. 14 Mio Menschen ist die Metropole am Bosporus die größte Stadt Europas! Und liegt gleichzeitig in Asien. Und (noch) nicht in der EU.

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