Mit der Tram zum Atlantik: Porto

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Mit einem Ruck setzt sich die alte Tram in Bewegung. Eben noch hat die Schaffnerin händisch die Richtungstafeln ausgetauscht und schon schaukeln wir vom Altstadtviertel Ribeira (UNESCO Weltkulturerbe!) am Ufer des Douro entlang. Fast 900 km hat der mächtige Fluss hinter sich, bis er in Portugals zweitgrößter Stadt, ein enges Tal passierend, breit in den Atlantik mündet.

 

IMG_1471Der Pionier früher Entdeckungen, Heinrich „der Seefahrer“, wurde 1394 hier in der Kathedrale Sé do Porto getauft, die ihr mittelalterliches Aussehen bis heute bewahrt hat. Attraktiv, anziehend, aber auch rau, so könnte man die Stadt, die dem Portwein den Namen gab, beschreiben.

 

 

Gustave Eiffel, der spätere Pariser Turmbauer übte hier: die von ihm geplante, das Douro Tal in 60 Meter Höhe überspannende, mächtige Eisenbrücke galt lange Zeit als technisches Wunderwerk. Seit 1991 gesperrt, dient sie heute nur mehr als begehrtes Fotomotiv.

 

Ein architektonisches Meisterwerk  ist auch die 2005 eröffnete Konzerthalle „Casa da Musica“, für deren Entwurf der holländische Stararchitekt Rem Koolhaas zeichnet. Wie ein Meteorit, der mitten in der Stadt gelandet ist, liegt der 12 Stock hohe Betonblock am Beginn der schnurgeraden Avenida da Boavista – heute ein viel beachtetetes Kulturzentrum.

IMG_1491Unten am Fluss schaukeln die kleinen „Rabelos“-Schiffe, mit denen früher der Portwein aus den Anbaugebieten Douro abwärts gebracht wurde. Die Lagerhäuser am Ufer mit den klingenden Namen wie Nieeport, Dow, Taylor´s oder Graham locken mit touristischen Verkostungen. Die englisch anmutenden Namen verweisen auf die britische Herkunft der „Shipper“ (Händler), die sich schon ab dem 17. Jhdt.  den Zugriff auf portugiesischen Wein sicherten.

 

Aber wir sind schon wieder weiter und an der Endstation der „Einser-Tram“ am Passeio Alegre angekommen. Wenige Schritte durch einen Park und wir stehen am Ufer des Atlantiks. Im nahen Cafe grübelt Rokitansky über einem Glas bernsteinfarbenen Tawny-Port, warum wohl Heinrich, der sog. Seefahrer, nie selbst zur See fuhr?

Rokitansky im Detail

Restaurant Portucale

Im 13. Stock des Hotel Miradouro bietet es drei Vorzüge: toller Ausblick über die Stadt, traditionelle portugiesische Küche UND einen Ausflug ins Design der 70er Jahre.

Rua da Alegria 598

 

Café Guarany

Seit den 1930er Jahren eine Institution in der Stadt. Art Deco Design, Anfang 2000er Jahre liebevoll restauriert. Wohlfühlfaktor für Kaffeehausliebhaber.

Avenida dos Aliados, 85/89

 

 

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