Mit Mozart im Wiener Burggarten

Burggarten Sessel

Wien Ringstrasse kurz vor der Babenberger Passage.  Ein eher schmales Tor führt in den ehemaligen kaiserlichen Privatgarten,  den heutigen Burggarten. Dort öffnet sich eine mit grünen Gartensesseln flankierte Rasenfläche und gibt den Blick frei auf das Mozartdenkmal. Ursprünglich 1896 am Albertinaplatz aufgestellt, ist es (nach Bombenschäden im Weltkrieg II. renoviert und übersiedelt) seit 1953 hier im Burggarten Anziehungspunkt für die fotografierenden touristischen Massen.

Seine Geschichte ist ein Sittenbild der Zeit – oder aller Zeiten. Für die Errichtung wurde, wie kann es anders sein, ein Denkmalkomitee gebildet. Die treibende Kraft dabei war der Textilindustrielle und Kunstmäzen Nikolaus Dumba. Als Gesamtkosten hatte man 100.000 Gulden veranschlagt, was eine relativ hohe Summe war (heute etwa 600.000 €). Die eingelangten Konkurrenzentwürfe wurden eine Woche lang im Künstlerhaus ausgestellt. Den ersten Preis gewann ein Entwurf von Edmund Hellmer, der später das bekannte Johann-Strauss-Denkmal im Stadtpark schaffen sollte. Doch zur großen Überraschung wurde dann der Zweitplatzierte Viktor Tilgner beauftragt, dessen neobarocke Werke bereits viele Ringstrassenbauten zierten.

In dulci jubilo

In dulci jubilo

 

 

 

Welchen Mozart sehen wir im Burggarten? Tilgner selbst sagte: „…Es ist schwer …Mozart war klein und in höchsten Grade unansehnlich..“ . In diesem Dilemma zwischen Wahrheit und Dichtung ist dieser Mozart entstanden.“ Tilgner hat sich mehr für die Dichtung entschieden und so zeigt das Denkmal einen jugendlichen  Eleven in  tänzerischer  Haltung, umflort von jubilierenden Barockengeln. Und nicht den aufmüpfigen Komponisten durchaus zeitkritischer Opern, der zeit seines (kurzen) Lebens im Widerspruch zur Obrigkeit stand.

 

Höchstwahrscheinlich hat Kaiser Franz Joseph das Ergebnis mit „es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“, kommentiert als er bei der Enthüllung im April 1896 persönlich anwesend war. Im Gegensatz zu Tilgner, der eine Woche zuvor verstorben war und die positive Aufnahme seines Werkes nicht mehr erleben durfte.

Der alte Kaiser

Der alte Kaiser

Wenige Schritte weiter hat der oben zitierte alte Kaiser sein Denkmal. Schmal steht er da in seiner knapp sitzenden Alltags-Uniform. Klein und bescheiden mutet die Statue jenes Mannes an, der immerhin 68 Jahre an der Spitze eines Reiches mit rd. 50 Millionen Einwohnern stand. Kein Pomp, kein Barock, reine Pflichterfüllung, ganz so wie sich Franz Joseph wahrscheinlich selbst sah.

 

 

 

 

 

 

Burggarten, Palmenhaus

 

 

Klare Linien und wenig Pomp zeichnen den im Schatten von Hofburg und Nationalbibliothek liegenden eher kleinen Garten aus, mehr der englischen Gartenschule zuzurechnen als der französischen. Wiesen laden zum Flanieren oder Rasten ein, über den natürlich wirkenden Teich fällt der Blick auf das prächtige Palmenhaus, das heute ein gern besuchtes Cafe Restaurant beherbergt.

Mozart wäre hier sicher auf einen Drink eingekehrt.

 

Rokitansky im Detail

Cafe, Brasserie, Bar Palmenhaus

http://www.palmenhaus.at

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Kommentare

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