Grazie Roma

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 Die Stadt am Tiber döst träge vor sich hin. Zu viel Geschichte, zu viele Ruinen, zu viele Päpste, zu viele Touristen (über 22 Mio Nächtigungen/Jahr). Rom hat schon alles gesehen, hat alles erlebt. Nero, die Borgias, Berlusconi – alles historische Randnotizen für die „ewige Stadt“.

Genau betrachtet wirkt die Ewige heute recht endlich. Mehr wie Palermo als Mailand. Mehr bröckelnder Putz als erhabene Größe. Budapest wirkt gegen Rom wie eine funktionierende herausgeputze Metropole.

Und erneuert sich dennoch, Stück für Stück. Und das schon seit über 1.000 Jahren. Eine Art Labor der Erneuerung, langsam, Stück für Stück – sehenswert.

Slow seeing

Der durchschnittliche Tourist verbringt 3 Tage in Rom, also fast japanische Zustände: Petersdom, Kolosseum, Trevi Brunnen, schnell noch ein Eis und avanti, avanti. Dafür ist Rom eigentlich zu alt, zu erhaben, von sich zu sehr eingenommen und auch zu bequem, um sich solcherart dem Fremden rasch hinzugeben. Den leisen Atem der Ewigen spürt nur, wer sich entsprechend Zeit nimmt. Die, für die ein vertrödelter Tag auch ein guter Tag ist, spüren, bemerken, sehen auf ein Mal, dass sich da etwas regt.

IMG_7218Nicht unter der offenen Kuppel des Pantheon , dem knapp 1.900 Jahre alten Tempel, übrigens das besterhaltene antike Monument in Rom. Seine berühmte, über 40 Meter Spannweite messende Betonkuppel (meistgehörte Frage: „Was machen die, wenn´s regnet?“) wurde erst durch Bauten im 20. Jhdt. übertroffen. Das Innere, konterkarierend zur Erhabenheit des Baues, haben die italienischen Monarchisten für sich in Beschlag genommen und bitten um Unterschriften im Kondolenzbesuch des ersten Königs des vereinten Italiens, Viktor Emanuel II.

Aber ein Stück weiter, am Tiber gelegen, findet sich Neues beim antiken Friedensaltar „Ara Pacis“. Vor dem Verfall gerettet und 2006 gegen heftigen Widerstand mit einer eleganten Hülle des US-amerikanischen Stararchitekten Richard Meier versehen. Ergibt einen Raum, der mehr antike Anmut vermittelt als alle bröckelnden Ruinen im Forum Romanum.

Slow fooding

IMG_7151Und neue Tempel entstehen: Letztes Jahr eröffnete im ehemaligen Air Terminal Ostiense der Food-Megastore „Eataly“. Auf 17.000m2 erwarten die Besucher italienische Slow Food Lebensmittel, 23 Restaurantinseln, Kochschulen, Degustationsräume usw. Der Pilgerstrom der Römer und der Besucher aus aller Welt scheint dem monumentalen Konzept recht zu geben. Wie vorteilhaft, wenn der Reisende in einer Wohnung abgestiegen ist und aus den gefundenen Schätzen gleich was Gutes zaubern kann.

Wir biegen aber jetzt ab, in den ruhigen aber doch zentralen Stadtteil Monti.

Auf halbem Weg zwischen Kolosseum und Spanischer Treppe döst hier die Ewige ihrer scheinbar ewigen Erneuerung entgegen. Hinter den bröckelnden Fassaden entstehen neue Geschäfte, etablieren sich neue attraktive Lokale.

Vorbei an der legendären Bäckerei Forno (täglich geöffnet!), am Ende der Via Serpenti dann der kleine Platz mit Brunnen, Cafes, den Tauben, den eleganten älteren Herren, dem notorischen Mist-Sammler, dem windschiefen kleinen Blumenstand und der sehr betagten Holzbank vor der Kirche.

Ist darauf ein Platz frei, summen Sie: „Grazie Roma“ und denken ganz fest an den großartigen Antonello Venditti.

 

Rokitansky im Detail

Wohnen

Romeloft vermietet interessante Wohnungen in allen Stadtteilen.

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Sehen

Campo dei Fiori

(Etwas touristischer) Markt mit lebendigem Flair und tollen Lokalen rundherum

MAXXI

Museum für die Kunst des XXI. Jhdts. Toller Bau von Pritzker-Architektur-Preisträgerin  Zaha Hadid.

 

http://www.fondazionemaxxi.it

 

Friedenstempel Ara Pacis

 

http://www.arapacis.it

 

Essen

Il Gusto

Modern gestylte Rosteria, Osteria, Pizeria mit offenem Grill im Schiffs-Look.

 

http://www.gusto.it

 

 

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