Bad Luck nach Miramare

Wie eine weiße Festung thront Schloss Miramare auf einem Kalkfelsen in der Bucht von Triest. Zwei tragische Familiengeschichten seiner einst stolzen Bewohner sind damit verbunden.

Da ist einmal der junge Befehlshaber der k.u.k. Flotte, Erzherzog Maximilan, Bruder von Kaiser Franz Josef. Nach seinen Plänen wird das Schloss errichtet und ein prächtiger botanischer Garten angelegt, der heute noch die Großzügigkeit des Planers erahnen lässt.

Für die Marotten des Seeoffiziers sprechen sein Schlafzimmer, ganz im Stile einer Schiffskoje gehalten, sowie ein Windanzeiger über dem Esszimmertisch, der mechanisch mit dem Dach verbunden dem „Seemann“ auch beim Essen angibt, woher der Wind bläst.

Hier in Miramare unterzeichnet Maximilian – auch auf Drängen seiner Frau – das Annahmedekret als Kaiser von Mexico. Ein Traum, der später tragisch mit seiner Erschießung endete. Maximilian starb als Sir: vor seiner Hinrichtung am 19. Juni 1867 vergab er den sieben Mitgliedern des Exekutionskommandos, gab jedem ein Goldstück und bat darum, nicht in den Kopf geschossen zu werden.

Während Maximilian mit Frau nur das Erdgeschoss in Miramare bewohnte, bevorzugte in den 1930er Jahren der Herzog von Aosta den ersten Stock. Heute sind im Obergeschoss  des sehr gut erhaltenen Schlosses die Räumlichkeiten von Amadeo, Duca  d´Aosta zu besichtigen. Das Mitglied der italienischen Königsfamilie verbrachte in der Zwischenkriegszeit hier einige Jahre mit der Familie. Beeindruckend das formal strenge Mobiliar mit Anklängen an die Moderne, das ganz im Gegensatz zum Historismus der übrigen Anlage steht. Auch Amadeo  folgt einem Ruf in die Ferne – als Vizekönig in Äthiopien. Und auch er scheitert: in den Wirren des 2. Weltkriegs stirbt er in Haft, erst 43jährig, an den Folgen der Malaria.

Nach so viel „Schicksal“ lockt dann das nahe Triest mit irdischen Freuden, wie etwa der „Antica Trattoria Suban“ oder dem legendären „Buffet da Pepi“.

Woher der Wind bläst: Windanzeiger über dem Esstisch

Maximilian, Kaiser von Mexico

Arbeitszimmer des Österr. Flottenkommandanten

 

Maximilian und sein Topf

 

 

Amadeo hatte das komfortablere Bad

Amadeo in seinem Element: der Luft

Hauch der Moderne: Zimmer für Amadeo

 

Rokitansky im Detail

Wohnen

–> Hotel Visavis Duchi d`Aosta

Ableger des altehrwürdigen Haupthauses Duchi d`Aosta.

Neu durchgestylt, attraktive Preise, Frühstück im alten „Palast“

Piazza dello Squero Vecchio, 1 (Direkt am Hauptplatz)

http://www.hotelvisavis.net/deu/index.php

Hotel vis avis Duchi d´Aosta

Essen

–> Antica Trattoria Suban

Eine Institution, die optisch etwas in die Jahre gekommen ist, aber die Küche sich nach wie vor in Bestform zeigt. Unbedingt probieren: Fleisch gegrillt am offenen Holzkohlenfeuer (wie ein Fogolar im Friaul ).

via E. Comici 2/d (etwas außerhalb)

http://www.suban.it/suban/gli-ambienti

offener Grill (Fogolar Style)

 

 

–> Buffet da Pepi

Das ist Triest: Schmelztiegel aus Norditalien, Slowenien und Österreich. Also gibt es allerlei Gesottenes mit viel frischem Kren darüber. Lokalkolorit.

Via della Cassa di Risparmio 3 (im Zentrum)

http://www.buffetdapepi.com/default-de.aspx

 

–> oder ab ins benachbarte Muggia (aber das ist eine andere Geschichte….)

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