Wo die Helden baden gehen: Thermen in Budapest

Ja, Budapest rückt immer näher an Wien. Etwas über 2 Stunden mit dem Auto oder sehr bequem in 2:36 mit dem ÖBB Railjet. Wichtig: Badehose nicht vergessen!

 

Dass die ungarische Hauptstadt über eine ausgeprägte Badekultur verfügt, verdankt sie zum einen den über 100 heißen Quellen in der Stadt. Und andererseits der langen  osmanische  Besatzung mit ihrer Hamam-Kultur. Protzend mit der Ästhetik der Gründerzeit finden wir die einstigen Repräsentativbauten heute in neuem, generalrenoviertem Glanz.

Beginnen wir am geschichtsträchtigen Heldenplatz (U Bahn Station: Hösek Tere). Wie alle Heldenplätze der Welt ein Brennpunkt nationaler Aufwallung. Zur seinerzeitigen 1000 Jahr Feier 1896 wurde der riesige Platz mit dem 36m hohen Millenniumsdenkmal und den umgebenden Kolonnaden angelegt. Seither hat er unzählige Aufmärsche, Uniformen und Systeme kommen und gehen sehen. Monumentale Plätze sind wie ein Magnet für Aufmärsche, Versammlungen, Reden und jede Menge Propaganda. Ist das von den Architekten und Städtebauern vorab mit-überlegt, geplant, antizipiert, vor-organisiert?

Der große Platz nicht nur als vordergründige Propaganda durch seine Denkmäler und Statuen, sondern geradezu als Aufmarschgebiet für zukünftige Systeme, ihre Umbrüche und Nachfolger.

 

 

 

 

Am Rande der Propaganda wurde der Kunst Raum gegeben:  in den beiden Museen an den beiden Seiten des Platzes: Die Kunsthalle (Műcsarnok) zeigt in ihren großzügigen Räumlichkeiten wechselnde Ausstellungen von Gegenwartskunst, das Szépművészeti Museum auf der anderen Seite hat beachtliche Schätze alter Meister in seinen Sammlungen.

 

Ein paar Schritte durch den angrenzenden Park („Stadtwäldchen“) und wir stehen vor einem der größten Badekomplexe Europas, dem Széchenyi-Bad. Heiße Quellen sorgen für wohltemperierte Badebecken. Aber Schwimmen ist nicht gerne gesehen! Man geht hin, um im warmen Wasser zu weiken, mit Freunden zu plauschen oder Schach (!) zu spielen. „Wellness“ könnte hier erfunden worden sein.

Ob in den großen Außenbecken oder den zahlreichen Indoor-Pools mit unterschiedlichen Wassertemperaturen, jeder scheint sein Stamm-Becken zu haben, wo man Freunde trifft und Neuigkeiten austauscht. Rokitanskys Favorit: das Strömungsbecken, in dem man sich gemütlich Runde um Runde treiben lässt!

Nationale Helden

Wer mehr über die relativ rasche Abfolge von Systemen in Ungarn wissen möchte, besucht das Ungarische Nationalmuseum. Der historische Bogen reicht dort vom Jahr 1.000 bis zur Implosion des kommunistischen Systems 1989/90. Vor allem der zeitgeschichtliche Teil besticht durch anschauliches Material.

Systemwechsel

Vom brüchigen Glanz der Monarchie bis zu den kommunistischen Säuberungen der 1950er Jahre: atemberaubend, was die Menschen einander zumuten und antun. Die Wurzeln der aktuellen nationalistische Politik in Ungarn werden vor diesem Hintergrund erkennbar, wenn auch die negativen Folgen – Gewalt, Ausgrenzung, (Bürger)Krieg – durch die jüngere Geschichte für alle klar  sein sollten.

 

 

 

Rokitansky rettet sich ins Cafe Central, um den schalen Geschmack mit einem ordentlichen Espresso zu vertreiben. Vielleicht sollten die „Helden“ öfter die Bäder frequentieren, das entspannt ungemein!

 

Rokitansky im Detail

Szechenyi Bad

Täglich von 06:00 – 22:00 Uhr; Eintritt rd. 10 €

H-1146 Budapest, Állatkerti krt. 11.

http://www.szechenyibath.com/

 

 

 

 

Műcsarnok Museum

tägl. außer MO

1146 Budapest, Dózsa György u. 37

http://www.mucsarnok.hu/new_site/index.php?lang=en

 

National Museum

tägl. außer MO

1088 Budapest, Múzeum krt. 14-16.

http://www.mnm.hu/en/latog/lat_informaciok0.html

 

Cafe Central

Ein Kaffehaus, wie es sein soll!

1053 Budapest, Károlyi Mihály u. 9.

 

 

 

 

 

 

 

Weitere interessante Bäder

Rudas, Gellért,  Király, Lukács etc siehe

http://www.heilbaderbudapest.com/tartalom.php

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