Eislaufen mit Stalin

Unlängst war in der Zeitung über die „10 schönsten Eislaufplätze der Welt“ zu lesen.

Am Eiffelturm in Paris, beim Hauptbahnhof in Helsinki, der unvermeidliche Rathausplatz in Wien oder das Rockefeller Center in New York, von dem es hieß, dass „Sky-Skating hier mit einem wunderbaren Blick über die Metropole ein Vergnügen ist. Oder man läuft unten am bunt beleuchteten Platz, auf dem heuer erstmals auch ein Iglu gebaut wurde“.

Skaten am Rockefeller

„Sky skating“ und „bunt beleuchtet“: da fällt Rokitansky natürlich noch was  ein, was auf dieser Liste fehlt: Der Kulturpalast in Warschau!

Auf Anordnung Stalins wurde in der polnischen Hauptstadt in den 50-er Jahren ein monumentaler Kulturpalast hingeknallt. Sozialistischer Klassizismus pur in 42 Etagen auf 230 m Höhe und damit nach wie vor das höchste Gebäude in Polen. Mit dem Lift geht es flott in den 30. Stock zur Aussichtsterrasse, von der „Sky skating“ vom feinsten möglich ist. Rockefeller/New York: 1, Warschau: 1.

Aber jetzt zum Eis und zu „bunt beleuchtet“.

Skaten am Palac Kultury

 

 

Dort, wo früher die grauen Parteibonzen ihre martialischen Paraden beobachtet haben, nämlich am Fuße des Kultur-Turms, wird heute winterlich eisgelaufen. Und der graue Wolkenkratzer? Der leuchtet in schriller Beleuchtung als wollte er schreien: „Hier geht die Post ab, hier ist das neue bunte Warschau!“

Rokitansky urteilt: Warschau siegt über Rockefeller/New York klar mit 2:1, zumindest eislaufmäßig.

 

 

 

 

Rokitansky im Detail

(Unvollständiger) Bericht im KURIER: Die zehn schönsten Eislaufplätze der Welt :

http://kurier.at/freizeit/reise/4483018-die-zehn-schoensten-eislaufplaetze-der-welt.php

 

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