Wodka in Warschau

Trinkt man in Polen den Wodka VOR oder NACH dem Essen? Oder zwischendurch, so
wie den Raki im Türkenland?

Rokitansky war für VOR. Marcin, Grzegorz und Mikolaj für DANACH. Und sie waren schliesslich die Mehrheit.

Doch zuerst Abendessen im „U Kucharzy“. Das Bistro artige Restaurant liegt in der oder eigentlich ist die ehemalige Küche des Grand Hotels Europejski: weisse Kacheln, weiss gedeckte Tische; Blick auf die umgebende Küche. Und Heimat des leckersten Beef Tartare.

Die Köche sind Meister im Dekonstruieren (© NYT) eines schönen Rindsfilets am Holzblock vor den Augen der hungrigen Gäste. Locker aus dem Handgelenk, ein riesiges Messer mit der wieselflinken Petersilie-Hack-Technik: im Nu verwandelt sich das Filetstück in eine amorphe cremige Masse. Und anschliessend: Konstruierung eines feinen Tartares: mit Ei, Zwiebel, Gewürzen. Sehr gut. Suchtgefahr. Ähnlich gutes Tartar findet man sonst nur in Frankreich, wie etwa in der legendären „Brasserie Georges“ in Lyon.

Speisen in der Hotelküche

Für die Hauptspeise empfiehlt sich Fisch, wobei ein reichliches Angebot an frischen Brassen, Forellen, Seezungen etc. in einer riesigen Küchenwanne auf Eis zur Auswahl bereit liegt. Und eher nicht die anderen landestypischen Speisen: Ente, Gans, Schweinsstelze etc. Alles eher fett und meist viel zu zu viel.

Wahrscheinlich plädieren die Polen deswegen für Wodka NACHHER. Also raus aus dem Kucharzy und um die Ecke in die legendärste Wodka Bar Warschaus: „Przekaski Zakaski“ (klingt kompliziert genug, dabei sind noch diverse „Hatscheks“ hier unterschlagen.

Da dampft die Kanne: alle Drinks um 1.- € © Rokitansky Pict.

Roman, der soignierte Barmann mit kurzer Wien-Erfahrung, gilt als lokale Größe. Angeblich hat er auf Facebook über 2.000 Freunde. Das System ist einfach: Drinks kosten 4 Zloty (rund 1.- €), Imbisse 8 Zloty: das wars. Man trinkt Wodka, Bier oder Mineral. Der Magen wird mit Hering, Würstel oder Salzgurken (!) stabilisiert.

Herr Roman bereits doppelt und mehrfach gesehen © Rokitansky Pict.

 

 

Einem international durchmischtem (studentischem) Publikum gefällt das 24/7. Nicht nur auf Facebook!

„Wie viele Flaschen Wodka werden wohl pro Abend getrunken, Herr Roman?“ Er zuckt nervös. Die Steuer? Das Lebensmittelamt? Mafia auf Schutzgeldtour?

Er lässt sich schliesslich mit einem Verweis auf die berufsbedingte Rokitanskysche Neugierde beruhigen: ganz leise flüstert er ins Ohr: „Heute so um die Fünfzig“. Na dann; danke „Pan Roman“ und  „Na zdrowie!“

Rokitansky im Detail:

Nachlesen

„U Kucharzy“ in der New York Times:
http://travel.nytimes.com/

Restaurant

„U Kucharzy“: http://www.gessler.pl/

Bar

„Przekąski Zakąski“
http://www.qype.co.uk/

Hotel

Sofitel Victoria:
http://www.sofitel.com/
Retro Charme der 80er Jahre, aber nur 3 Minuten zu Fuß zum „U Kucharzy“.
Zimmer rd. 120.- € exkl. Frühstück

Besser: Mamaison Diana:
http://www.mamaison.com/
Kleines, feines Boutique Hotel; Zimmer ab rd. 90.- € inkl. Frühstück

Im Anflug , ,

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