Neues Leben in alten Docklands: Lyon

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Langsam schiebt sich der eine Fluss in die Stadt. Noch ahnt die Saône nichts von ihrer baldigen Vermählung mit dem anderen, der Rhône. Am Zusammenfluss entwickelte sich Lyon in der Renaissance als ein frühes Zentrum der Seidenweberei. Rebellische Handwerker forderten im 19. Jhdt. die Obrigkeit mit mehreren Aufständen heraus, die allesamt von der Zentralgewalt aus Paris niedergeschlagen wurden. Dieses argwöhnische Schielen auf die Hauptstadt prägt Lyon noch heute. Man wetteifert mit Marseille um die Position der zweitwichtigsten Metropole Frankreichs – und bleibt doch Provinz. Liebenswerte Provinz abseits des großen Mainstreams der Tourismus-Schwärme.

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Das könnte sich jetzt ändern: ein ambitioniertes Kulturprojekt treibt die Stadtentwicklung einen großen Schritt vorwärts. „La Confluence“ ist die Verwandlung eines alten Industriehafengeländes mitten in der Stadt zu einer vibrierenden Kulturlandschaft.

 

 

So wurden aus Lagerhäusern spektakuläre Büros für Kreative und Radiosender, aus alten Kontoren Cafés und Restaurants mit einladenden TerrasseIMG_1673n und in den alten Zuckersilos der „Sucrière“ findet jetzt die Kunst Biennale statt.
Wo früher hektisch Ladung gefasst oder gelöscht wurde, schaukeln heute an der neuen Flaniermeile Hausboote entspannt am Kai.

Wenn sich dann das hellgrüne Wasser der Rhône mit der dunkelgrauen Saône mischt, genau dort, thront das neue Wahrzeichen der Stadt, das „Musée des Confluences“ der österreichischen Architekten Coop himmelb(l)au.

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Viel zu spät vollendet, die Kosten weit überschritten, das Inhaltskonzept unfertig – aber der spitz zulaufende Glas- und Metallkomplex beeindruckt mit seiner monumentalen Qualität. Vom Dach hat man einen phantastischen Blick über die Stadt mit ihren zwei dominanten Hügeln: jenen mit der Basilika Notre Dame, „wo man betet“. Und jenen mit dem alten Textilarbeiterviertel „Croix-Rousse“, heute längst gentrifiziert, „wo man arbeitet“.

 

Rokitansky, dem Zweiteren eher zugetan, steigt abends über die viele Stufen hinauf ins Viertel „Croix-Rousse“. Dort kommen die zusammen, die in Lyon gerne abseits von Michelin Sternen gut essen und trinken wollen.

 

 

Rokitansky im Detail

Sehen

–> Docklands „La Confluence“  mit dem Musee des Confluences

86 Quai Perrache, www.museedesconfluences.fr, Montag zu

 

–> Musée des Beaux Arts

Anders als im Louvre kann man hier ungestört von Besuchermassen eine prächtige Sammlung von Rembrandt bis Picasso oder Bacon geniessen.

20 Place des Terreaux, mba-lyon.fr, Dienstag zu

 

–> Altstadt „Vieux Lyon“ mit den Traboules

Hier finden sich alte Gänge und Passagen, die es Arbeitern und Bauern ermöglichten ihre Tücher und andere Stoffe geschützt (z.B. vor Regen) durch die Stadt zu transportieren. Man spaziert durch Hausflure, durch Innenhöfe und Treppenhäuser, die alle miteinander verbunden sind. Während des zweiten Weltkrieges nutzte die Résistance diese verborgenen Pfade ausgiebig.

 

Essen

Jahrhundertkoch Paul Bocuse lebt und arbeitet hier!

 

–> Markt „Les Halles Paul Bocuse“

Dutzende Stände und Bars mit Meeresfrüchten, Fischen, Käse, Würsten, Fleisch, süßen Leckereien, Wein  etc. Hohe Suchtgefahr.

102 cours Lafayette, halles-de-lyon-paulbocuse.com, Montag zu

 

–> Bistro Jutard

Frische Meeresfrüchte aller Art. Treffpunkt v.a. am Wochenende. www.bistrojutard.com, DO abends bis SO

 

–> Le Canut et  les Gones
Neue Lyoneser Küche im Retro Style Restaurant im Kreativ-Viertel Croix Rousse

29 rue Belfort, +33 4 7829 1723, lecanutetlesgones.com, SO und MO zu

Le Canut

 

–> Brasserie Georges

 

DIE typische Brasserie von Lyon, gegründet 1936; spektakuläres Interieur

http://www.brasseriegeorges.com/home.aspx

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Märkte


-> Marché alimentaire Saint-Antoine / CélestinsTraditioneller Lebensmittel-Markt am Ufer der Saône. FR- SO 6-14
Quai Saint-Antoine, 69002 Lyon

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–> Marché de la Croix Rousse

Lebensmittel, frischer Fisch, Blumen, DI – SO 6-13

Boulevard de la Croix-Rousse

 

Wohnen

 

–> Mama Shelter

http://www.mamashelter.com/de/lyon/

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Radikal modern in Berlin

KM Allee Front

Foto: Palla

Ja, das neue Regierungsviertel ist pompös. Ja, die neue Kulturinsel ist ambitioniert und der neue Hauptbahnhof spektakulär. Und, einen neuen Flughafen soll es auch irgendwann einmal geben. Aber jetzt besinnt sich Berlin auf sein kulturelles Erbe der 1960er Jahre, v.a. im ehemaligen Ostteil der Stadt. Denn dort geht heute die Post ab.

Foto Palla

Foto Palla

Vom Alexanderplatz mit dem prägenden Fernsehturm kommend erreicht man die „Karl-Marx-Alle“. Einst Pracht & Protzstrasse der DDR – heute ein Freiluft Architekturmuseum der Moderne. Das „Café Moskau“, der Szenetreffpunkt „Kino International“ oder die legendäre „Karl-Marx-Buchhandlung“: Sie alle erzählen neben den riesigen stalinistischen Zuckerbäckerbauten eine Geschichte vom Gestaltungswillen des „anderen“ Deutschland. Weiterlesen

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Biere, Ulysses & Co: auf nach Dublin!

Mulligan

Könige, Revolten, Hungersnöte, Boom-Zeiten und Finanz-Crashes: Die irische Hauptstadt hat alles schon erlebt und kann sich doch immer wieder neu erfinden. So zeigt sie sich heute als interessante Mischung von historischer Bau-Substanz und einer hippen, vibrierenden Szene, die in den zahlreichen Pubs neben Guiness auch die neuen Craft-Biere zischen lässt.

Genau 119,5 Sekunden dauert es, erläutert die kompetente Barfrau in der Guinness Brauerei, bis ein Pint des dunklen Bieres perfekt ins Glas gezapft ist. Etwas länger bis wir die Gravity Bar im Dachgeschoss erreichen, die einen tollen Rundum-Blick auf Dublin, Sitz der Europazentralen von Google, Facebook und twitter, bietet.

Trinity College

Im pulsierenden Stadtzentrum findet man im mittelalterlichen Trinity College eine Oase der Ruhe. Von Grafton Street No 1 durch einen schmalen Torbogen, und schon öffnet sich eine andere Welt: Besonders beeindruckend der holzgewölbte Bibliothekssaal mit seinen zahllosen Folianten und den filigranen Wendeltreppen zur Galerie.

 

Raufen und Laufen

Essen, Trinken und die schönen Künste sind das Eine, Irland wäre aber nicht komplett ohne seine rustikal anmutenden Sportarten wie Hurling, Gaelic Football oder Rugby, bei denen es recht deftig zugehen kann. Wer mehr auf Klasse steht, den zieht es aber zu einem der wunderbaren Rennplätze rund um Dublin. Wie etwa „The Curragh“, wo seit rd. 300 Jahren Galopprennsport betrieben wird. Reich & schön sowie arm & fein herausgeputzt – es zieht sie alle hinaus zum Rennplatz, wo die Pferde schnell, die Damen behütet, das Bier kalt und der Wettschein heiss sind. Abseits von Pubs wird man wenig Orte finden, wo der irische Mikrokosmos besser abgebildet ist.

 

Dort, wo Molly  „Ja“ sagte

Mit dem Lokalzug erreicht man in kaum einer halben Stunde die kleine Halbinsel Howth: Möwen, Klippen, Fischer und ein wenig „Ulysses“ schnuppern: Ja, dort hat Joyce´ s Molly den Heiratsantrag ihres Leopold Bloom angenommen („..und das Herz ging ihm wie verrückt und ich hab ja gesagt ja ich will Ja.“). Verschnaufpause dann in einem der vielen Fischrestaurants im Hafen. Zum frischen Fisch frischer Chardonnay, kein Bier.

 

Rokitansky im Detail

Essen und Trinken

L. Mulligan Grocer
Im nördlichen , eher rauen, Teil Dublins (Stoneybatter) gelegen. Kaum Touristen, dafür Craft Biere und irische Spezialitäten bis zum Abwinken. Samstags Food Market.

http://lmulligangrocer.com

 

The Winding Stair

Photo Chrystel Rigaud

Photo Chrystel Rigaud

Einst legendäres Literaten Pub & Cafe am Fluss Liffey, heute angesagtes Restaurant mit Hang zu Home-cooking und Micro-Brauerei Bieren. Im Erdgeschoss tolle Buchhandlung.

http://winding-stair.com

 

Forest Avenue

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Wer nach viel Burger & Bier wieder Gusto auf eine etwas elaboriertere Küche hat, wird hier fündig. 3-gängiges Menü € 35.-, feine Weinkarte (u.a. Birgit Eichinger, Muhr-Van der Niepoort)

http://forestavenuerestaurant.ie

Sehen

Gaelic Games im Croke Park Stadium

Die Arena bietet rd. 82.000 Zuschauern Platz. Die Stimmung ist dementsprechend. Gaelic Football, Hurling & Co, aber auch viele Konzerte.

http://www.crokepark.ie/about

 

Rennplatz „The Curragh“

35 km nordwestlich von Dublin. Bequem mit Zug oder Bus („Dublin Coach“) erreichbar. Renntermine unter:

http://www.curragh.ie/racing/

 

Trinity College
1592 gegründet, bietet die weiträumige Universität mit ihren weiten Rasenflächen eine touristische Rückzugsmöglichkeit im Trubel Dublins. Samuel Beckett studierte hier, Erwin Schrödinger hielt 1943 hier seine berühmten „Lectures“. Einmalige Bibliothek „Long Room“ mit dem „Book of Kells“ (800 a.d.) und der ältesten Harfe!

 

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Frühlingssonne in Laibach genießen

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Pont Neuf, Tower Bridge, Rialto oder Golden Gate – alles Brücken, die als Wahrzeichen für ihre Stadt gelten. Vielleicht noch die Sydney Harbour Bridge, über die Autos und Züge brausen, per Pedes gegangen, gejoggt und sogar darüber geklettert wird. Aber nur eine, die in Wirklichkeit zu dritt ist und eindeutiger Stadtmittelpunkt: die Tromostovje (Dreibrücke) in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana (Laibach).

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Die Gerüche von Marrakesch

Gewürze

„Es ist würzig in den Suks, es ist kühl und farbig“, schrieb Elias Canetti 1954 in  „Stimmen von Marakesch“ über die Ladenstraßen in der alten Handelsstadt. So ist es heute auch noch: Berauschend mit den Farben der Teppiche, der langen, wallenden Gewänder der Händler oder der rostroten Häuserzeilen. Weiterlesen

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Mit der Tram zum Atlantik: Porto

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Mit einem Ruck setzt sich die alte Tram in Bewegung. Eben noch hat die Schaffnerin händisch die Richtungstafeln ausgetauscht und schon schaukeln wir vom Altstadtviertel Ribeira (UNESCO Weltkulturerbe!) am Ufer des Douro entlang. Fast 900 km hat der mächtige Fluss hinter sich, bis er in Portugals zweitgrößter Stadt, ein enges Tal passierend, breit in den Atlantik mündet. Weiterlesen

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Die Oper im Garten – Glyndebourne

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Es war eine exzentrische Idee, auf die nur englische Landadelige kommen konnten: in den 1930er Jahren setzte es sich John Christie in den Kopf, ein Opernhaus mitten auf seinem Landgut „Glynde Bourne“ in Sussex zu errichten. Und, weil nichts so stark ist, wie eine starke Idee, schaffte er es auch. Weiterlesen

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Hidden Oases of SLOW in downtown Vienna

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The countryside has the calm as the City has the vibrant.

What, if you´re looking for the Slow and the Quiet in the heart of the City?

Vienna has both.

Enclosed by the gorgeous Ringstrasse the center hosts  the business and the admin, but you´ll find some oases of ease even there.

Enjoy the relax.

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Mit Mozart im Wiener Burggarten

Burggarten Sessel

Wien Ringstrasse kurz vor der Babenberger Passage.  Ein eher schmales Tor führt in den ehemaligen kaiserlichen Privatgarten,  den heutigen Burggarten. Dort öffnet sich eine mit grünen Gartensesseln flankierte Rasenfläche und gibt den Blick frei auf das Mozartdenkmal. Ursprünglich 1896 am Albertinaplatz aufgestellt, ist es (nach Bombenschäden im Weltkrieg II. renoviert und übersiedelt) seit 1953 hier im Burggarten Anziehungspunkt für die fotografierenden touristischen Massen. Weiterlesen

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SALZBURG: 5 Hidden Gems You Shouldn´t Miss

 

Salzburg, the Old City cuddled around the Fortress "Hohensalzburg"

Salzburg, the Old City cuddled around the Fortress „Hohensalzburg“

I.  St. Peter´s  Bakery

In the very heart oft he inner city, close to the shady walls of “Mönchsberg” hill, there is St.Peter´s Abbey with a tiny bakery, operating since over 700 years.

It is the aromatic smell of fresh sourdough bread that will lead you directly to the shop.

http://members.aon.at/stiftsbaeckerei/html/ 

II. Café Bazar

Relaxing atmosphere

Relaxing atmosphere

There are two famous Cafés in Salzburg, „Tomaselli“ and „Bazar“. Whereas the former is always overcrowded with tourists longing for a quick refreshment, the letter provides a stage for what is happening in Mozart´s birth town. Local intellectuals, artists, politicians – all hang around, study the large offer of (international) newspapers, have a look who else is here and enjoy the relaxing atmosphere. In summer the al fresco terrace is even better.

 

 

http://www.hotel-brandstaetter.com/en-salzburg-cafe-bazar.htm 

III. Schrannen-Markt

Fresh Jam

Fresh Jam

Every thursday local farmers, butchers, fishermen and small food producers offer their products at Schrannen-Markt, an open air market with around 200 stalls. If you are interested in absolutely fresh products, local varieties and specialities like “Kaspressknödel” (kind of dumpling with cheese) you should be there.

Open from 05-13.

http://www.salzburgerschranne.at 

 

 

 

 

IV. Gallery Ropac

Thaddaeus Ropac started his business with a  small one room gallery in Salzburg some 30 years ago. Now with shops in Vienna and Paris (and China soon to come) he is one of the leading gallerists in Europe. And nothing compares to his headquarters in Villa Kast, a neo-Classicist building close to the marvellous Mirabell gardens. This 8oo sqm compound illustrates the tension between the splendour of the old times and contemporary positions of well-known artists on display.

Baroque Mirabell Gardens

Baroque Mirabell Gardens

Opening hours (summer): MON – SAT 10-18)

 http://ropac.net/contact/salzburg-villa-kast

 

 

 

V. St. Sebastian′s Cemetery (Sebastiansfriedhof)

Bildschirmfoto 2013-07-29 um 15.15.24Following Linzergasse up to number 41 you will get to St. Sebastian´s church and cemetery. There you will find the Mozart family tomb (father Leopold, wife Constanze) as well as (in the entrance passage)  the grave of Theophrastus Bombastus of Hohenheim, called Paracelsus, the famous Renaissance physician, alchemist, astrologer and occultist, who died in 1541 in Salzburg.

http://www.visit-salzburg.net/sights/stsebastian.htm

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